Selbsthilfegruppe für adoptierte Erwachsene

Herbert Gepperth
+43 664 2105260
herbert@gepperth-solutions.at

Mag. Stefanie Mimra
+43 664 2533011
praxis@psychologin.mimra.eu


54 Jahre hat es gedauert, bis ich begriffen habe, dass meine Adoptionserfahrung würdig ist, mit anderen geteilt zu werden. Adoptiert zu sein, ist das 2. Kapitel im Lebensbuch eines Adoptierten. Das 1. Kapitel wird meist nicht gelesen, also übersprungen, oft geleugnet und manchmal sogar zur Gänze entfernt. Es ist das Kapitel mit dem Leben eines Ungeborenen, Neugeborenen, Säuglings oder Kindes mit seiner leiblichen Mutter, manchmal auch leiblichen Eltern, das diese verloren hat.

Kapitel 1 ist ein trauriges und schmerzhaftes Kapitel, aber es ist dennoch da, wenn auch als verstreute Seiten. Das erste Kapitel gestaltet das Buch des Lebens des Adoptierten mit. Damit es nicht so verwirrend ist, im Buch des Adoptieren zu lesen, weil das erste Kapitel fehlt, widmen wir uns genau diesem ersten Kapitel. Dann erst verstehen wir die Geschichte zur Gänze. Erwachsene, die als Kind ihre Eltern verloren und Adoptiveltern bekommen haben, dürfen bei uns von ihrem 1. Kapitel erzählen.

Herbert Gepperth und ich werden eine Selbsthilfegruppe in Oberndorf/Salzburg gründen. Wenn Sie auch adoptiert sind und Interesse an einem Austausch haben, wenden Sie sich bitte an Herbert oder mich. Bitte sagen Sie es anderen Adoptierten weiter.

Herbert Gepperth stellt sich vor:
Ich bin im Jahr 1985 in Wels geboren und im Alter von 2,5 Jahren adoptiert worden. Von dort an nenne ich die Gemeinde Sankt Pantaleon mein Zuhause. Seit meiner Kindheit trage ich den Titel „adoptiert“ mit mir herum. Dabei habe ich bis heute das Gefühl, dass mein Umfeld ein größeres Problem damit hat, als ich selber.

Jedes Leben hat eine Geschichte zu erzählen und als Adoptierter meist auch eine zweite. 
Die Vorstellung, einen Raum zu haben, der Platz für diese Geschichten, Fragen sowie Antworten hat, beflügelt mich, eine Selbsthilfegruppe zu gründen. Jeder Betroffene kennt diese etwas peinlich berührten Reaktionen wie z.B: „Waaas… du bist adoptiert? Oder „Naaa arg?“. Ich glaube, das jeder Adoptierte Fragen mit sich trägt, die er gerne beantwortet haben möchte. Ich bin mir auch sicher, dass ebenso viele Adoptierte Antworten in sich tragen die sie mir geben können. Ich freue mich auf viele unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, aus denen wir schöpfen können.

Herzliche Grüße
Herbert


Sowohl – als auch:
Adoption ist Kapitel 2. Vor diesem Kapitel steht Kapitel 1.  – die Geschichte eines schmerzhaften Verlusts. Davon spricht die Gesellschaft kaum. Schließlich hatte das Kind ja Glück, dass es neue Eltern bekam! Ja, das stimmt!

Und ja, ich kann mich mit den lesbischen, schwulen und heterosexuellen Paaren freuen, dass Sie Kinder adoptieren dürfen/können. Und ja, wir können froh sein, dass es für bedürftige Kinder dieser Welt Pflege- und Adoptiveltern gibt.

Und ja, es stimmt auch, dass diese süßen Kinder – bevor sie zu den Adoptiveltern kamen –  ihre Mutter/Eltern verloren hatten.

Und ja, es stimmt auch, dass eine Frau und Mutter ihr Kind verloren hatte. Beides gehört zusammen: Kapitel 1 und Kapitel 2.

Wenn Sie einst ein Kind weggeben mussten, oder als Adoptierte oder Adoptiveltern Beratung benötigen, bin ich gern für Sie in meiner neuen Praxis Römerweg 7, 5110 Oberndorf da. Hier kommen Sie zur Terminvereinbarung.


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