Remote Work – sensitiv & mindful

Remote Work – also das Arbeiten auf der Ferne  – kann viele Vorteile haben!
Remote Work hat Nachteile, wenn es um die Sinnlichkeit geht. Echte körperliche Berührung und zwischenmenschliche (Parfüm/Schweiß/Nokotin/Sexualhormon)Düfte bleiben unmöglich. Doch kann dieses Defizit nicht manchmal auch seine Vorteile haben? Und wie können wir die Defizite ausgleichen?

1. Warum ist Remote Work eine gute Alternative zu Live-Meetings?

  • Es ist treibstoff- und damit geldsparend, wenn ich von zu Hause aus an einem Meeting teilnehmen kann.
  • Wir schonen die Umwelt, wenn Dienstreisende nicht quer über alle Kontinente fliegen, sondern Remote Arbeiten können.
  • Wir sparen Zeit, weil es keine Hin- und Rückreise braucht.
  • Remote ist ortsunabhängig
  • Remote ist zeitunabhängig
  • Remote erlaubt Flexibilität in der Arbeitseinteilung
  • Meetings werden nicht durch Zuspätkommende unterbrochen (stört online weniger, wenn jemand im Team zu spät einsteigt, weil keine Tür laut kracht, keine Sessel rücken, kein Räuspern, lautes Begrüßen,..)
  • Für Vortragende: Sicherheit in der Technik (brauche nicht mit USB-Stick reisen, um dann festzustellen, dass der Laptop oder Beamer vor Ort nicht funktioniert)
  • Bei Meetings: Face to Face alle mit allen (man muss aufmerksamer sein)
  • Bei Meetings: Hohe Gesprächsdisziplin wird geübt (man kann nicht gleichzeitig sprechen)
  • Bei Textgestaltung: Gleichzeitige Textbearbeitung möglich, ohne sich körperlicher Nähe aussetzen zu müssen (Platzproblem wegen Körperfülle, Schweiß, Mundgeruch,..)
  • Klarere Grenzen: u.a. sicher vor körperlichen und verbalen (sex.) Übergriffen, aber auch vor persönlichen Befindlichkeiten, Gruppendynamik,..
  • Weniger Mobbing, weil persönliche Eigenschaften in den Hintergrund treten und unsachliche Kommunikation schriftlich und nachvollziehbar ist. (nicht im Sozialraum, wo es keiner mitbekommt)
  • Freie selbstverantwortliche Zeiteinteilung und Mußezeiten für kreative Eingebungen
  • Messung der Arbeitsergebnisse, statt Messung der Arbeitszeit
  • In sicherer, vertraulicher und gemütlicher Umgebung (von zu Hause aus), sofern das Zuhause sicherer, vertraulicher und gemütlicher ist)
  • Selbstwirksamkeit: In öffentlichen Räumen bin ich vielem hilflos ausgesetzt, was ich zu Hause selbst steuern kann. (Heizung, Belüftung, Farben, Stuhl,..)

2. Wozu sensitiv & mindful?

  1. Weil Remote-Working bedeutet, ohne realen physischen Kontakt mit einander zu arbeiten und lediglich der optische und auditive Sinneskanal gefordert sind, braucht es bewusste Anreize für die anderen Sinne, um sich remote wohlzufühlen.
  2. Weil der Bildschirm unseren Geist quasi in sich aufsaugt (Immersion= virtuelle Realität) braucht es zudem achtsamkeitsbasierte Methoden, um entspannt und in sich ruhend vor dem Computer sitzen zu können und nicht nur die Inhalte auf dem Bildschirm, sondern auch die eigene Umgebung als real anzusehen und wahrzunehmen.
  3. Weil sich beim Remote-Working der körperliche Aktionsradius auf Fingerbewegungen und leichte Kopfbewegungen reduziert und gleichzeitig enorme Spannungen durch die hohen kognitiven Leistungen aufgebaut werden, braucht es ein regeneratives bewegtes und für die Augen entspannendes Kurzpausensystem.

Auch bei Computerarbeit vor Ort im Büro haben wir die Nachteile der Immersion und der ungleichen Nützung der Sinneskanäle. Bin ich im Büro jedoch eingeschränkt darin, für eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu sorgen, kann ich diese in meinen eigenen Wänden umsetzen. Z.B. Diffuser mit ätherischen Ölen, Pflanze, Haustier,… Gestalte deinen Remote-Working-Arbeitsplatz, so dass alle deine Sinne gefordert sind, nicht nur der optische und akustische.

So macht Remote SINN!

Sei sinnlich! Rück die folgenden Sinne in den Vordergrund:

Geruchssinn, Geschmackssinn, Tastsinn, Temperatursinn, propriozeptiver Sinn (Körperlage, Bewegung, Gleichgewicht, Haltung, Stellung, Spannung, Entspannung)

  • Geruchssinn: Diffuser, Raumspray, frische Luft,..
  • Geschmack: Tasse Tee, Kaffee, Kaugummi, Zuckerl,..
  • Tastsinn: gemütliche Kleidung, Decke, Katze am Schoß, ergonomisch günstiger Sessel, angenehme Hausschuhe, Holztastatur, Holzmaus, Holzschreibtisch,..
  • Temperatursinn: Heizung nach deinem Temperaturwunsch
  • Propriozeptiver Sinn: Verändere deine Arbeitsposition (im Liegen, Stehen, Sitzen, auf dem Ball, im Gehen?), nütze Fascienrollen, Knetball, Rußmassageroller,..

Gehörsinn (wenn keine Besprechung stattfindet): Musik nach deinem Musikstil hören, ohne Ohrenstöpsel tragen zu müssen, Singen, Summen, laute Selbstdialoge sind möglich, ohne dabei jemanden zu stören. (US-Psychologe Thomas Brinthaupt)

Achtsamkeit: Halte 50% deiner Aufmerksamkeit in deinem Körper

Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Bin ich zu 100% im Computer, bekommt dieser all meine Energie. Halte ich zumindest 50% in mir, bleiben immerhin 50% mehr Energie in mir als sonst. Diese achtsamkeitsbasierte Methode ist natürlich auch für jedes Live-Meeting gültig, besonders aber eben vorm PC. Am besten hält sich der Geist an etwas fest, das sich bewegt. Also z.B. der eigene Atem, oder die eigenen Finger, wie sie über die Tasten fliegen. Nähren wir zusätzlich unsere anderen Sinneskanäle mit angenehmen Reizen, fällt es unserem Geist leichter, der drohenden Immersion zu widerstehen. (Jon Kabat-Zinn)

Tipps:

  • Klebe dir ein Post-It mit „Atmen“ auf den Bildschirm.
  • Verwende jedes Geläut (Glocke, Klingel, Sirene, Telefon,..) als Achtsamkeitsglocke, die dich erinnert, wieder mit deiner Aufmerksamkeit zu dir zurückzukehren.
  • Programmiere einen Timer, der ab und an läutet.

Bewegte und regenerative Pausen

Es gibt mittlerweile genügend Augenübungen, Dehnungsübungen und Übungen, die einen Ausgleich zur sitzenden Tätigkeit darstellen, die du alle Std. für ca. 5-1o Minuten anwenden solltest. Regelmäßige und frühzeitige Pausen erhöhen die Effizienz und senken die Fehlerquote…egal ob remote oder live. Remote sieht dir nur keiner zu! 😉

(Richter & Hacker, 1998; Ulich, 1998).

Mein Remote-Bruder Dominik hat zum Remote Work  hier einen Kurz-Film gedreht und einen Artikel geschrieben.

Abschließend möchte ich betonen, dass die virtuelle Welt die natürliche Welt nicht ersetzen kann.
Aber angenommen, wir würden Remote arbeiten und die uns verbleibende Zeit bewusst im physischen Kontakt mit lieben Menschen, Tieren, der Natur verbringen? Dann hat Remote Work auch sein Gutes! Nähere Betrachtung zu Remote lesen Sie hier.

 

 

 

Share:

Ich unterstütze die DEBRA Austria

DEBRA Austria

Mentikamente von A-Z…