Das ist mein Geheimnis!!!

“Ich erzähle sicher nie jemandem davon, das wäre mir viel zu peinlich!”
Wenn Sie so denken, dann könnte verdecktes Arbeiten ein möglicher psychologischer Zugang für Sie sein.
Beim verdeckten psychologischen Arbeiten kommen Sie zwar mit einem Problem in meine Praxis, brauchen es mir jedoch nicht zu erzählen.
Sie dürfen es für sich behalten und spüren, ob und wie sich etwas in Ihnen während der Sitzung wandelt.
Geheimnisse hat jeder Mensch

Jeder Mensch hat Geheimnisse, manche davon sind schambesetzt. Ich verstehe, wenn Menschen gewisse Themen nicht mit mir teilen wollen. Außerdem es ist höchst subjektiv, wofür sich jemand schämt und jede:r hat sein/ihr gutes Recht darauf, niemandem davon zu erzählen.

Aber was tun, wenn Sie das Geheimnis quält? Wenn Sie täglich und auch nachts daran denken müssen? Wenn nicht Sie ein Problem haben, sondern das Problem hat Sie, dann ist es vielleicht doch Zeit, sich professionelle Hilfe zu gönnen.

Mögliche (schambesetzte) Themen können sein:

  • das eigene Körperbild passt nicht zum idealen Bild von sich selbst
  • Minderwertigkeitsgefühle
  • Schüchternheit
  • Ängste
  • Süchte
  • Zwänge (Waschzwang, zwanghaftes Onanieren, Kontrollzwänge,..)
  • “verbotene” Liebe
  • geheime Liebe
  • Sexuelle Themen (Homosexualität, sexuelle Ängste, Schuldgefühle, Fragen rund um Selbstbefriedigung, partnerschaftliche Sexualität,..)
  • Gewalt anwenden oder erleben
  • Beziehung- oder familiäre Konflikte
  • Messie-Verhalten
  • Aufschiebeverhalten
  • u.v.m.

Grundsätzlich kann man mit jedem Thema, bei dem Sie denken, dass man über Sie nicht mehr mögen oder nicht mehr wertschätzen würde, verdeckt arbeiten.

Verdecktes Arbeiten – wie geht das?

Zuvor bitte ich Sie, sich vorzustellen, dass ich im Krankenhaus zu jemandem geschickt werde, der im Sterben liegt und nicht mehr sprechen kann. Wie arbeiten hier Psycholog:innen? Oder aber Sie denken an Kinder im vorsprachlichen Alter oder an andere Menschen mit Nichtsprachlichkeit, z.B. Menschen mit schwerer geistiger Behinderung. Auch in diesen Bereichen arbeiten Psycholog:innen. Es muss also möglich sein, auch ohne Sprache psychologisch zu behandeln und zu begleiten.

Die Kunst ist es hierbei, sich möglichst mit den verborgenen Teilen des Eisbergs –  den Gefühlen und Bedürfnissen – zu beschäftigen. Empathie, Intuition, Achtsamkeit auf den eigenen Körper und die eigenen Gefühle und Kenntnisse der Körpersprache sind hier gefragt. Letztlich braucht es auch Mut zum Scheitern, denn das Feedback der Klient:innen ist ja nicht verbal und ich kann mich da schon mal irren.

Zurück zu Ihnen. Wie könnte verdecktes Arbeiten konkret aussehen?

  1. Die Arbeit mit Symbolen bzw. dem Familienbrett

Eine erste Möglichkeit besteht darin, das Thema auf ein Holzbrett aufzustellen. Sie wählen dabei für sich selbst und die Beteiligten je eine Figur und positionieren diese auf das Brett. Mit Fragen und Angeboten meinerseits bekommen Sie einen neuen Blick auf Ihr System und ein Veränderungsprozess kann beginnen. Sie verändern alle Symbole so lange, bis sich eine neue Ordnung ergibt, die sich für Sie gut und stimmig anfühlt.

2. Systemische Fragetechniken

Die zweite Möglichkeit besteht darin, Ihnen Fragen zu stellen, für die Sie die Antwort in sich selbst finden und fühlen. Nach jeder Frage nicken Sie, sobald Sie die Antwort gefunden haben. Gern können Sie sich dabei Notizen machen. Dann kommt die nächste Frage.

3. Provokatives Arbeiten

Auch wenn Sie das Thema “Impfung” vielleicht nicht mehr hören oder lesen können…. Die dritte Möglichkeit besteht in provokativen Interventionen, die einer Impfung ähnelt. Ich impfe Sie verbal mit übertriebenen Einstellungen, generalisierenden Behauptungen, Unverschämtheiten, irrationalen Lösungen usw. und Sie werden dadurch in Ihrer Immunkraft gestärkt!

Ich “spiele” humorvoll mit Emotionen, Bilder und Bedürfnissen und Archetypen und bei Ihnen im Inneren ein emotionaler Klärungsprozess in Gang kommt. Näheres zum paradoxen Intervention oder zur Einstellungsimpfung lesen Sie hier.

 

Methode 1 und 3 lassen sich gut kombinieren, wie ich finde. Auch Methode 1 und 2. Lediglich Methode 2 und 3 schließen einander eher aus.

 

Nicht zuletzt möchte ich ergänzen, dass es für Klienten auch eine spielerische Komponente haben kann, etwas absichtlich für sich zu behalten und erst am Ende einer Stunde das Geheimnis zu lüften. Übrigens: Psychologinnen sind  – wie ich glaube – von Berufswegen natürlich neugierig ;-).

 

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